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Kapitel 8: Führung und Kooperation: gemeinsam mehr erreichen Warum gehen wir in einem Buch über Gründung auf das Thema „Führen“ ein? In einem Buch, das sich vor allem mit einer Phase beschäftigt, in der die Wenigsten bereits eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Vielleicht streben Sie auch von Ihrem Selbstverständnis und der Art, wie Sie Ihr Unternehmen in der Zukunft sehen, überhaupt keine Führungssituationen an. Vielen bereitet dieses Thema Probleme. Gerade in der Kreativbranche sind Individualisten unterwegs, die unabhängig sein wollen und sich oftmals selbst der Führung durch andere entzogen haben, weil sie die Strukturen des Angestelltendaseins als einengend empfunden und Führungskräfte in Unternehmen als inkompetent oder menschlich enttäuschend erlebt haben. Führung wird deshalb gleichgesetzt mit Hierarchie, Kontrolle und Machtausübung über andere, was sie aber nicht sein muss. Führung bedeutet für uns, die vorhandenen Ressourcen im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel zu bündeln und zu organisieren. Das Ziel besteht darin, die beteiligten Mitarbeiter oder Kooperationspartner mit ihren Fähigkeiten für die gemeinsame Aufgabe zu gewinnen und auch die eigenen Fähigkeiten ganz für den Unternehmenserfolg einzusetzen.
Was bedeutet „Führung“ für Sie und wie äußert sie sich im konkreten Alltag? Es gibt zwei Sorten: wie vorhin beschrieben innerhalb des Kollektiv etwas voranzutreiben, sich als Expertin mit einem „Mandat“ zu qualifizieren und dann gibt es die Externen und Mitarbeiter, die Führung ganz dringend bedürfen – die brauchen eine Absprache, was ihr Job ist, und müssen wissen wann ihr Job erledigt ist. Es gibt bei Ihnen also so etwas wie zwei Führungsbereiche: Der kreative Prozess innerhalb der Gruppe und der eher organisatorische Prozess mit Mitarbeiterinnen und externen Dienstleistern. Wo entstehen bei diesen zwei Führungsbereichen besondere Reibungen? Wir wollen mit Leuten arbeiten, bei denen wir die flache Hierarchie, die wir in der Gruppe haben, möglichst so auch mit den Mitarbeitern erhalten können. Wo es nicht geklappt hat, war es meistens so, dass der Mitarbeiter nicht mit der kollektiven Struktur umgehen konnte. Das sind oft Mitarbeiterinnen, die aus starken hierarchischen Strukturen in der Kulturwirtschaft kommen. Rückblickend knirscht es immer wieder an der Stelle, dass Leute gleichberechtigt mit uns arbeiten, dann aber z. B. bestimmte Ideen doch nicht ganz gleichberechtigt sehen. Bei uns kann man sich mehr mit fachlichem Einbringen als mit hierarchischen Rollen profilieren. Weiterlesen >>
Was bedeutet Führung in einem Architekturbüro? Führung hat für mich v.a. eine ökonomische und eine soziale
Komponente, in meinem Fall sogar eine ökologische. Weiterlesen >>
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