1. Kapitel: Gründen: der Weg in die Selbständigkeit

Es ist noch keine Gründerin, noch kein Gründer vom Himmel gefallen: Die Entscheidung zu Gründen, ist das Ergebnis eines langen Prozesses, begleitet von Zweifeln, Höhen und Tiefen und einem Ergebnis, das dann nicht einfach da ist, sondern Resultat eines Lernprozesses ist. Gründen ist lernbar. Jede und jeder kann es. Sie auch.


ding3000, Hannover
www.ding3000.com
Sven Rudolph, Carsten Schelling, Ralf Webermann

Was war Ihre Motivation zu Gründen? Gab es eine besondere Schlüsselsituation bei dieser Entscheidung?

Der Erfolg des Nussknackers war eine Schlüsselsituation. Es war nicht unsere einzige Motivation, Geld zu verdienen, dann hätten wir wahrscheinlich etwas anderes gemacht. Während Praktika im Studium haben wir mitbekommen, was es heißt, als angestellter Designer in großen Firmen zu arbeiten. Dort ist man in der Regel Spezialist und kann mit seiner Arbeit nur an einem kleinen Teil des Entwurfsprozesses teilhaben. Das wollten wir nicht. Wir hatten die Vision, durch eine Gründung unsere eigenen künstlerischen Inspirationen voranzutreiben und durch einen ganzheitlichen Gestaltungsansatz wirklich neue Produkte zu schaffen. Wir haben alle drei einen Schaffensdrang, einen kontinuierlichen Ideenfluss. Dazu kam die Tatsache, dass wir schon relativ früh durch ein gut laufendes Produkt ein Erfolgserlebnis hatten. Das ist eine gute Basis.

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Stefanie Trambow, Berlin
Film|Regie|Schnitt
www.stefanietrambow.de

Muss man für die Entscheidung zu Gründen Ihrer Einschätzung nach ein „Gründertyp“ sein?

Das ist eine sehr schwere Frage. Ich selber würde mich nicht als Gründertyp bezeichnen. Deshalb würde ich eher sagen, nein, man muss kein Gründertyp sein – wenn man davon ausgeht, dass man gerne sein eigener Herr ist und sich gerne selbst organisiert. Mit dem Begriff „Gründertyp“ kann ich weniger anfangen. Da habe ich das Bild von einem selbstbewussten Macher, der eine große Vision hat, die er dann risikofreudig angeht. Etwas, das mit viel Kapital zu tun hat.

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