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Kapitel 5: Die Rechtsform: der passende Anzug zur Idee Sie sind mit Ihrer Idee zu Gründen schon sehr weit gekommen. Was nun ansteht, ist die Entscheidung über eine passende Rechtsform für Ihr Unternehmen. „Rechtsform“, das heißt für viele Kreative: Formalisierung wo keine Formalisierung gewünscht ist. In ein Raster gedrückt zu werden, wo man sich Freiheiten erhofft. Auflagen und Aufgaben, die man sich für seine berufliche Tätigkeit gar nicht vorgestellt hat. Ein Korsett, das künstlerische Freiheiten nicht mehr zulässt. Was ist die Konsequenz? Gründerinnen und Gründer in der Kultur- und Kreativwirtschaft geraten unbeabsichtigt in Rechtsformen hinein, die sie selbst nicht bewusst gewählt haben und deren steuerliche, haftungsbedingte oder einfach kostenverursachende Auswirkungen, sie dann an (meist ungelegener) Stelle einholen.
Die GbR ist sozusagen der "Volkswagen" unter den Unternehmensformen, gerade in der Kreativbranche ist sie besonders verbreitet. Wieso hat sich BATATA als GbR gegründet? Das hat insbesondere bei mir eine eigene Geschichte: Ich habe mit 20 Jahren das erste Mal gegründet, hatte ein Label und Laden mit einem Freund zusammen, der sich nach einiger Zeit nicht wirklich als guter Geschäftspartner entpuppte: Er ist mit allem Geld ins Ausland sprichwörtlich „durchgebrannt“ - und ich stand mit Anfang 20 mit 60.000 Euro Schulden da. Ich hatte gegen meinen „Freund“ aber kaum etwas in der Hand, auch wenn ich am Ende einen Titel gegen ihn erstreiten konnte. Ich hatte damals einen für Gründer wohl typischen Fehler gemacht: Wir hatten alles nur mündlich vereinbart, vieles auch einfach ausgespart, weil wir uns ja schon seit Kindertagen kannten. Diese Erfahrung prägt. Für mich war anschließend erst einmal klar, dass ich nur noch alleine arbeiten wollte – sozusagen auf eigene Rechnung. Dann weiß man, was man hat. Mittlerweile habe ich mit Doreen Grunert allerdings wieder eine Geschäftspartnerin, mit der ich 2004 BATATA gegründet habe. Auch wenn wir uns persönlich sehr gut verstehen: Geschäft ist Geschäft. Wir haben sprichwörtlich als allererstes einen GbR-Vertrag aufgesetzt und beispielsweise festgelegt, dass keine von uns ohne Rücksprache über finanzielle Angelegenheiten der Firma entscheiden kann. Weiterlesen >>
Weshalb haben Sie ein Unternehmen, das Literatur aufs iPhone bringt, als GmbH gegründet? Wieso war das der "passende Anzug" für Sie? Zunächst einmal war es für uns wichtig, das Unternehmen als juristische Person zu gründen. Als Dienstleister und Vertriebskanal ist man verschiedenen Risiken ausgesetzt, für die es sinnvoll ist, nicht persönlich haften zu müssen. Die GmbH ist eine Rechtsform, die sich nach der Reform des GmbH-Gesetzes recht einfach und schnell gründen lässt. Wir haben die Limited oder eine AG in Erwägung gezogen, uns jedoch dann für Ersteres entschieden. Die AG ist formal um einiges aufwändiger, die Limited schien uns gegenüber unseren B2B-Kunden weniger vertrauensvoll. Die textunes GmbH wurde als Joint Venture der theCode AG und Onkel&Onkel gegründet - hat die Diskussion über die richtige Unternehmensform bei Gemeinschaftsunternehmungen/ Teamgründungen eine besondere Relevanz? Die Ausgründung aus einem Joint Venture hatte keinen direkten Einfluss auf die gewählte Unternehmensform. Eine Personengesellschaft hätte es allerdings kaum ermöglicht, die Interessen der Gründer unter einen Hut zu bringen. Ein formales Korsett ist wichtig, um Einfluss und Rollenverteilung in einem Unternehmen festzuschreiben. Die Erfahrungen der beiden an der Gründung beteiligten Unternehmen mit ihren jeweiligen Unternehmensformen haben sicherlich auch zur Entscheidung für eine Unternehmensform beigetragen. Weiterlesen >>
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